daniel schumann
 
  Home
  Asket
  Die Nonade
  Der Nyhilist
  Myriade
  Patalyrikon
  Trennstaub & Marken
  Lose Blätter
  Nichtigkeiten
  Kontakt-Impressum
  Gästebuch
  Statistik
Patalyrikon








Abbruch und Zugzwang - Revolution der Sterne

(Tankas & Haikus)


nyhilitäre Festschrift 12/2007 anläßlich der Wiedergründung des Komittées zur neuen Couch gegen den homo abfall



Anrede zum Weltspartag

 

 Du, Held des Sparens,

der Du mehr hast als Du brauchst,

elender Dieb Du!

 

 

Du, Held des Sparens,

horte Dein Geld, verstecke es,

wir holen nur Dich!

 

Du, Held des Sparens,

Dein Geld, das Du so liebtest,

hat Dich verraten!

 

 

Du, Held des Sparens,

Schlund, der Du Alles nimmst, wir

geben Dir den Rest!

 

Du, Held des Sparens,

so gar und ganz allein, wir

sparen uns den Sarg!

 

 

Du, Held des Sparens,

Niemand kennt Deinen Namen,

traumlose Nacht Du!

 

Du, Held des Sparens,

ungezogenen Kindern

drohen wir mit Dir...

 


 

Große Gedanken

eines kleinen Barbiers

 

(Vorsicht)

 

So still ist´s in mir...

Der maßlose Hals reckt sich.

Messer, Du schweig´ nicht!

 

(Aufsicht)

 

Licht sinkt...  -  Licht sinke!

Schattenmenschen  -  Oberschicht

Blut steige!  -  Blut steigt...

 

(Absicht)

 

Kinder, kommt und seht,

wie Geld so herrlich bunt an

Bäumen baumeln kann...

 

(Nachsicht)

 

Nehmt Nichts von Reichen!

Sauft nicht Euer eigen Blut!

Geld bedeutet Krieg!

 

 

 

Pneumatische Anklänge zum Kreuzjahr der Drei Ismismen

 

Dekonformismus:

Abstehen und Hinsehen!

Fortschritt und Ergriff...

 

Kondeformismus:

Hingehen und Absehen!

Gleichschritt und Verlaß...

 

 

Transrealismus:

Verstand vesteht, was er will.

Verstand bewegt sich.

 

Renihilismus:

Wille will, das ihn bewegt.

Wille versteht sich.

 

 

Postlegalismus:

Sinnhaftem Sinn verweigern...

Moral bricht Gesetz!

 

Peregalismus:

Sinnvollem Sinn entsteigern...

Moral bricht Geschwätz!

 

 

 

Einleitung zur Allgemeinen Wehrkunde / Trinksprüche

 

Mündige Bürger,

so kauft, doch kauft das Produkt,

nicht die Verpackung!

 

Mündige Bürger,

so wählt, doch wählt Euer Ziel,

nicht des Andern Weg!

 

 

Mündige Bürger,

so dient, doch dient Euch aufrecht,

nicht unter Anderem!

 

Mündige Bürger,

so herrscht, doch herrscht in Einheit,

nicht aus Überzahl!

 

 

 

Kirchweih

 

Chorklang:

 

In dieser Kirche,

hier und jetzt, Du gehst hinein,

ist kein Sein. Nur Zeit.

 

 

Volkes Ruf:

 

In dieser Kirche

betet und bietet Ihr nicht.

Hier schämen wir uns!

 

In dieser Kirche

bettelt und blendet Ihr nicht.

Hier schmähen wir uns!

 

In dieser Kirche

fastet und schweiget Ihr nicht.

Hier recken wir uns!

 

In dieser Kirche

brandschatzt und mordet ihr nicht.

Hier ehren wir uns!

 

In dieser Kirche

hortet und waltet ihr nicht.

Hier lassen wir uns!

 

 

Chorklang:

 

In dieser Kirche,

Du gehst hinaus, jetzt und hier,

ist kein Platz. Nur Raum.

 

 

 

Kinderreigen zur Begehung der Archaischen Feste

 

Anna-Linda:

 

Siehst Du im Dunklen?

Nichts ist nicht Nichts, All nicht All.

Du siehst aus Dunklem.

 

Hörst Du im Stillen?

Ton ist nicht Ton, Schrei nicht Schrei.

Du hörst aus Stillem.

 

Stirbst Du aus Leben?

Sein ist nicht Sein, Tod nicht Tod.

Du stirbst im Leben. 

 

 

Maria-Ceciletta:

 

Fällst Du zu halten?

Tritt ist nicht Schritt, Hand nicht Fuß.

Du hältst zu fallen.

 

Wünschst Du zu bleiben?

Fall ist nicht Fall, Kopf nicht Kopf.

Du bleibst zu wünschen.

 

 

Eva-Susanna:

 

Sein ist Nichts als Sein.

Schlag sei nicht Schlag, Herz nicht Herz.

Nichts ist Nichts wie Nichts.









53 Ansichten des Fuji (Tankas & Haikus - Auszüge)

1991 - 2006


Fuji

 

Der Berg, so klein dort

in der Ferne. Und dennoch

Alles unter sich.

 

 

Schnee

 

Flocken fallen leis´.

Kein Schlag, kein Hauch. Weiß auf Schwarz.

Auch Engel sterben.

 

 

Nacht

 

Mein Blick zum Altar,

so still ist`s da, so schweigend.

Gottes Wohnstatt? - Nein!

 

 

Winteranfang

 

Abends erster Schnee

macht mich denken: nicht der Schmerz

vergeht. Nur die Zeit...

 

 

Mitternacht

 

Wogt her vom Fenster

Sternenlachen ach so licht.

Nein, ich - ich bleibe...

 

 

Besuch

 

Knarzen am Türspalt.

Feinster Kristall sein Teppich.

Knarzen. Mond tritt ein...

 

 

Himmel

 

Ew`ger weiter Weg,

mit jedem Schritt am Ziele,

viele Pfade breit.

Immer mittig, immer nah.

Kreisgerade. Sternenklar.

 

 

Jahreswechsel

 

Auch dies Feuerwerk,

ewig Kinder`s Traum, hat ein

Ende: Finsternis...

 

 

Heimkehr

 

Dämmernd of`ne Glut,

trübes Lächeln, Vater schürt.

"Kinder, wärmet Euch!

Denn morgen schon wird Hölle,

unser Holz nur Asche sein...

 

 

An Sosei Hôshi

 

Soltte von Schönheit

ich nur sehend erzählen?

Blüten und Köpfe,

ich werde sie abschlagen,

trage sie heim den Liebsten...

 

 

Für Frau D.

 

Sie las mein Gedicht

- so ernsthaft war`s - und lachte.

Das reicht mir völlig...

 

 

27. November

 

Wind schlägt an`s Fenster.

Es knarzt und fällt und klagt.

Die Kerze flammt still...

 

 

Gelbe Nacht

 

Himmel voller Schnee.

Und nirgends eine Flocke.

Doch. Dort. Ich falle...

 

 

Stille Flut

 

Der mächtige Stein,

seit je er Wasser malmte,

nun leise versinkt.

Sein Kräuseln verschwimmt,

himmelblau und wolkenlos...

 

 

Der Kapitän

 

Er soll untergehen!

Holz schwimmt nicht immer oben

in Schnaps und Wasser.

 

 

Fuji

 

Heute Nacht kein Stern,

kein Mond, kein Faden leuchtet.

Der Berg führt den Mann!







Atavist & Zykel

(Tankas & Haikus)

 

1

 

 

Kunst sei für jene,

die da noch kommen müssen.

Als Entschuldigung...

 

 

 

 

2

 

 

{Kind}

 

Blauer Schmetterling

kreuzt und quert und sinkt in

ein Meer von Sonnenblumen.

- Eine muß die Schönste sein!

 

 

{Reptil}

 

Das Traumende naht.

Streicht schon über den Scheitel.

- Finsternis erwacht...

 

 

{Baum}

 

All meine Träume

sind verweht mit all meiner

Kraft. Der Tod, er lebt...

 

 

{Stein}

 

Ein Wurm kriecht zu mir.

Er öffnet das Maul und schweigt.

Leben, es tötet...

 

 

 

 

3

 

{Erwachen}

 

Bin wieder nicht der,

welcher ich ganz sicher bin.

Sein und doch nur Sein...

 

 

 

4

 

{Jagdglück}

 

Die Bärin erwacht.

Voller Wut und voller Gier

und voll von Liebe.

 

Die Hindin erwacht.

Voller Anmut, voller Zier.

Voll von Himmelslicht.

 

Gesenkten Hauptes

kniet ein Mann vor Mutter´s Schoß.

- Gott soll Opfer sein!

 

 

 

5

 

{Unterm Gipfel}

 

Der Bergmann verharrt.

Steigt nun nicht mehr auf noch ab.

Bleibt für immer fort.

 

 

 

 

6

 

{Weib}


Hexe, sauf´ mein Blut,

friß mich mit Haut und Haaren!

Hexe, wo bist Du?

 

Immer bist Du fort,

obwohl ich doch bei Dir bin,

des Sterbens müde...

 

 

{Frau}

 

Die Nachteule jagt

dem Sonnenmann entgegen.

- Frißt sein blindes Herz...

 

 

{Mutter}

 

Da kniet Ihr wieder,

Ihr Engel, vor meinem Thron,

den Zwerg zu taufen

mit himmelhöchster Idee.

- Verzeiht mein Lächeln...

 

 

{Tochter}

 

Gott, Dein letzter Kampf

ist ein Kampf gegen Dich selbst.

- Töte Dich, nicht mich!

 

 

 

 

7

 

{Ursprung}

 

Blatt zittert im Wind.

Der weiße Wurm fällt schnell. Schnell!

Werde Schmetterling!

 

 

 

 

8

 

{Furche}

 

Dieses Samenkorn,

wird’s Blume, Baum oder gar

bald Vogelfutter?

 

 

 

 

9

 

{Morgenfrost}

 

Die Knospen tragen

silberne Raureifkleidchen,

glühen immer mehr...

 

 

 

 

10

 

{Fraus Strigae}

 

Der Nachtfahrende,

er kehrt zurück in Dein Licht.

Und verbrennt...

 

 

 

 

11

 

 

Der Bergmann, er will

nicht mehr zurück. Überm Gipfel

ist es am wärmsten.

 

 

 


 

Nyhilismus  
 
Anarchie - Ananarchie - Panarchie
 
2519 Besucher (5509 Hits)
Diese Webseite wurde kostenlos mit Homepage-Baukasten.de erstellt. Willst du auch eine eigene Webseite?
Gratis anmelden